Stefan Sørensen

Cloud Architekt

Software Architekt

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Azure Event Grid: Anpassungen für eine moderne Event Driven Architecture

In diesem Artikel tauchen wir in die neuesten Anpassungen von Azure Event Grid ein und ich zeige dir, wie du diese Neuerungen optimal für deine Event Driven Architecture nutzen kannst. Ob du bereits Erfahrungen mit Event-Driven-Systems hast oder gerade erst in dieses Paradigma einsteigst – hier erfährst du, was sich geändert hat, welche Features jetzt noch mächtiger sind und wie du sie praktisch in deinen Projekten einsetzt.

Einführung in Event Driven Architecture und Azure Event Grid

Event Driven Architecture (EDA) ist längst nicht mehr nur ein Buzzword. Sie ist zu einem zentralen Baustein moderner, skalierbarer und flexibler Anwendungen geworden. Mit EDA reagieren Systeme auf Ereignisse in Echtzeit – sei es ein Nutzer-Input, eine Änderung in der Datenbank oder ein externer Trigger. Azure Event Grid spielt hierbei eine entscheidende Rolle, denn es ermöglicht dir, Ereignisse aus verschiedenen Quellen effizient zu verteilen und zu verarbeiten.

Azure Event Grid fungiert als zentraler „Event Bus“, der Ereignisse von Produzenten zu Konsumenten weiterleitet. Dabei profitierst du von einer nahezu sofortigen Skalierung, hoher Zuverlässigkeit und einer simplen, aber leistungsfähigen API, die sowohl native Azure-Dienste als auch benutzerdefinierte Anwendungen einbinden kann.

Neue Anpassungen und Features in Azure Event Grid

In den letzten Monaten wurden einige bedeutende Verbesserungen an Azure Event Grid eingeführt. Diese Anpassungen zielen darauf ab, die Integration, Sicherheit und Performance weiter zu optimieren. Hier sind einige der wichtigsten Neuerungen:

Verbesserte Filtermöglichkeiten

Eines der zentralen Updates betrifft die Event-Filterung. Mit den erweiterten Filteroptionen kannst du nun Ereignisse noch präziser an deine Abonnenten weiterleiten. Neu hinzugekommen sind:

  • Erweiterte Attribut-basierte Filter: Du kannst Filterregeln auf Basis von benutzerdefinierten Attributen definieren, wodurch die Auswahl der Events noch granularer wird.
  • Integrierte Logik-Operatoren: Mit AND, OR und NOT lassen sich komplexe Filterbedingungen abbilden, um nur die für dich relevanten Events durchzulassen.

Diese Neuerungen machen es einfacher, verschiedene Eventtypen zu differenzieren und den Datenverkehr zielgerichtet zu steuern.

Verbesserte Skalierung und Performance

Ein weiterer Fokus lag auf der Optimierung der Skalierbarkeit und Latenz. Neu implementierte Verbesserungen beinhalten:

  • Optimierte Durchsatzrate: Azure Event Grid kann jetzt noch mehr Ereignisse pro Sekunde verarbeiten, was gerade in hoch frequentierten Systemen von Vorteil ist.
  • Geringere Latenzzeiten: Durch verbesserte Backend-Optimierungen werden Ereignisse nahezu in Echtzeit zugestellt.
  • Auto-Scaling Features: Die Plattform passt sich dynamisch an den aktuellen Workload an, sodass du dir keine Sorgen mehr um Engpässe machen musst.

Erweiterte Sicherheitsfeatures

Sicherheit spielt in jeder modernen Architektur eine zentrale Rolle. Die aktuellen Anpassungen bieten verbesserte Sicherheitsmechanismen, darunter:

  • Granulare Zugriffssteuerungen: Mit neuen Rollen- und Berechtigungskonzepten kannst du festlegen, wer auf welche Event-Streams zugreifen darf.
  • Integrierte Verschlüsselung: Alle übertragenen Daten werden nun standardmäßig verschlüsselt, was den Schutz deiner sensiblen Informationen erhöht.
  • Audit-Logs und Monitoring: Durch erweiterte Überwachungsfunktionen behältst du immer den Überblick über Zugriffe und eventuelle Anomalien.

Praktische Beispiele und Code-Snippets

Um dir einen besseren Eindruck von den Neuerungen zu vermitteln, hier ein paar praktische Beispiele und Code-Snippets.

Beispiel 1: Erstellen eines Event Subscriptions mit erweiterten Filtern

Angenommen, du möchtest eine Event Subscription erstellen, die nur bestimmte Ereignisse basierend auf benutzerdefinierten Attributen weiterleitet. Mit der neuen Filterlogik könnte dein Azure CLI-Befehl folgendermaßen aussehen:

az eventgrid event-subscription create \
--name mySubscription \
--source-resource-id /subscriptions//resourceGroups//providers/Microsoft.Storage/storageAccounts/ \
--endpoint https://meine-funktion.azurewebsites.net/runtime/webhooks/EventGrid?functionName=ProcessEvent \
--included-event-types Microsoft.Storage.BlobCreated \
--advanced-filter data.eventType StringIn BlobCreated,BlobDeleted

In diesem Beispiel legst du fest, dass nur Events mit dem Typ BlobCreated weitergeleitet werden. Mit der erweiterten Filterlogik kannst du sogar mehrere Kriterien kombinieren.

Beispiel 2: Integration mit Azure Functions

Ein weiterer Anwendungsfall ist die nahtlose Integration von Azure Event Grid mit Azure Functions. Dies ermöglicht es dir, serverlose Architekturen zu realisieren, bei denen Funktionen automatisch auf neue Ereignisse reagieren.

using System.Net;
using Microsoft.Azure.WebJobs;
using Microsoft.Azure.WebJobs.Extensions.Http;
using Microsoft.AspNetCore.Http;
using Microsoft.Extensions.Logging;

public static class ProcessEventFunction
{
    [FunctionName("ProcessEvent")]
    public static async Task<IActionResult> Run(
        [HttpTrigger(AuthorizationLevel.Function, "post", Route = null)] HttpRequest req,
        ILogger log)
    {
        log.LogInformation("Event received via Event Grid!");

        string requestBody = await new StreamReader(req.Body).ReadToEndAsync();
        // Hier kannst du die Logik zur Verarbeitung des Events implementieren
        log.LogInformation($"Payload: {requestBody}");

        return new OkResult();
    }
}

Dieses Beispiel zeigt, wie du eine Azure Function als Event-Handler registrieren kannst. Die Funktion liest den Event-Payload aus und verarbeitet ihn weiter – perfekt für Echtzeitanwendungen.

Beispiel 3: Nutzung von Custom Event Schemas

Mit den neuen Anpassungen unterstützt Azure Event Grid auch benutzerdefinierte Event-Schemas. Dies ermöglicht es dir, deine eigenen Event-Formate zu definieren und so die Kommunikation zwischen verschiedenen Systemen zu vereinheitlichen. Hier ein Beispiel für ein benutzerdefiniertes JSON-Schema:

{
  "id": "1234-5678",
  "eventType": "custom.order.created",
  "subject": "order/9876",
  "eventTime": "2025-03-14T12:34:56Z",
  "data": {
    "orderId": "9876",
    "customerName": "Max Mustermann",
    "total": 150.75
  },
  "dataVersion": "1.0"
}

Mit diesem Schema kannst du spezifische Informationen in deinen Events abbilden und diese dann konsistent in verschiedenen Komponenten deiner Architektur verwenden.

Best Practices im Umgang mit Azure Event Grid

Damit du das Beste aus den neuen Anpassungen herausholst, hier einige Tipps und Best Practices:

  • Nutze erweiterte Filtermöglichkeiten gezielt: Vermeide es, zu viele Events unnötig zu verteilen. Definiere klare Filter, um nur relevante Ereignisse zu verarbeiten.
  • Implementiere robuste Fehlerbehandlungen: Da Event-driven Systeme oft asynchron arbeiten, ist es wichtig, Fehler zu protokollieren und Wiederholungsmechanismen einzubauen.
  • Überwache und optimiere deine Event Flows: Setze Monitoring-Tools ein, um Latenz und Durchsatz zu überwachen. Nutze die integrierten Audit-Logs von Azure Event Grid, um eventuelle Sicherheitsvorfälle frühzeitig zu erkennen.
  • Testen und Validieren: Verwende Testumgebungen, um neue Filterregeln und Integrationen zu validieren, bevor du sie in der Produktion einsetzt.

Vergleich: Azure Event Grid vs. Alternativen

Damit du einen Überblick darüber hast, wie sich Azure Event Grid im Vergleich zu anderen Eventing-Plattformen schlägt, hier eine kurze Tabelle:

FeatureAzure Event GridAWS EventBridgeGoogle Cloud Eventarc
EchtzeitverarbeitungJa, mit sehr geringer LatenzJa, jedoch variierende LatenzJa, ähnlich zu AWS
Erweiterte FiltermöglichkeitenSehr ausgefeilt, inkl. benutzerdefinierter FilterEingeschränkt, hauptsächlich auf Event-PatternModerat, abhängig vom Einsatz
Integration mit ServerlessNahtlose Integration mit Azure Functions und Logic AppsGut integriert mit AWS LambdaFunktioniert gut mit Cloud Functions
SicherheitsfeaturesUmfangreiche, granulare Zugriffskontrollen und VerschlüsselungStandard, aber weniger granularGut, aber weniger Features als Azure

Diese Tabelle zeigt, dass Azure Event Grid in puncto Filterung und Sicherheitsfeatures einige klare Vorteile bietet – besonders, wenn du bereits in der Azure-Umgebung arbeitest.

Zusammenfassung

In diesem Artikel haben wir uns intensiv mit den aktuellen Anpassungen von Azure Event Grid befasst. Du hast erfahren, wie die erweiterten Filtermöglichkeiten, verbesserte Skalierung und zusätzlichen Sicherheitsfeatures dir dabei helfen, eine robuste und flexible Event Driven Architecture aufzubauen. Die vorgestellten Code-Beispiele und Best Practices sollen dir als Leitfaden dienen, um die Neuerungen direkt in deinen Projekten umzusetzen.

Fazit:
Azure Event Grid bietet mit seinen neuen Anpassungen einen echten Mehrwert für Entwickler, die auf der Suche nach einer skalierbaren und sicheren Lösung für die Eventverarbeitung sind. Die Integration in bestehende Azure-Dienste sowie die Möglichkeit, benutzerdefinierte Events zu verwenden, machen es zu einem leistungsstarken Werkzeug in der modernen Softwareentwicklung.

Ich lade dich herzlich ein, die neuen Features in deinen eigenen Projekten auszuprobieren und deine Erfahrungen in den Kommentaren zu teilen. Welche Herausforderungen siehst du bei der Implementierung einer Event Driven Architecture? Hast du bereits eigene Best Practices entwickelt? Lass es mich wissen – dein Feedback ist wertvoll für die Community!

Viel Erfolg und happy coding!

Quellen:

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